Geschichte

Als die Bundesregierung im Jahr 2006 das Programm „Vielfalt tut gut“ als pädagogisches Instrument gegen Rechtsextremismus startete, war das zugleich die Geburtsstunde so genannter Lokaler Aktionspläne (LAP). Binnen kurzem entstanden 90 LAPs zur Organisation von Modellprojekten und zur wissenschaftlichen Begleitung, zwei Drittel davon allein in den neuen Bundesländern. Ein LAP diente dem Ziel, die Demokratieentwicklung in Kreis und Kommune zu stärken, zu vernetzen und zu begleiten.

So gelten die LAPs als das regionale Herzstück auch der nachfolgenden Bundesprogramme. Hier laufen die Fäden von Projektideen und –verwirklichung zusammen, hier erfahren lokale Initiativen Beratung und Fortbildung. Und: Ein LAP verwaltet die Mittel, die die Bundesregierung und andere Förderer zur Verfügung stellen.

Das spätere Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ formulierte die Ziele der LAP so: „Lokale Aktionspläne sind konkrete, vor Ort ausgearbeitete Konzepte, die Vielfalt, Toleranz und Demokratie vor allem unter Jugendlichen stärken sollen. Hier arbeiten die Kommune und lokale Akteure der Zivilgesellschaft - von Kirchen über Vereine und Verbände bis hin zu engagierten Bürgerinnen und Bürgern - eng zusammen.“ Ein Schwerpunkt der Programmarbeit ist seither die Demokratieentwicklung im ländlichen Raum.

Gegen Ende der Laufzeit des Bundesprogramms „Toleranz fördern“ gab es bereits 172 Lokale Aktionspläne, einen davon im Landkreis Teltow-Fläming. An der Wiege des LAP Teltow Fläming stehen gleich mehrere Initiativen, die vornehmlich in Zossen beheimatet sind. Dazu zählt auch der Verein „Bildung und Aufklärung Zossen e.V.“ (BAZ), den Kurt Liebau einst mitbegründete, weil „Menschen auf dem Weg zu Demokratie und Partizipation Unterstützung brauchen“. Diese Erfahrung hatte Liebau, der 2011 erster externer Koordinator des Lokalen Aktionsplans Teltow-Fläming wurde, auch in der Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“ einbringen können, die mit Aufklärung und Aktionen gegen demokratiefeindliche Umtriebe antrat und 2013 den Preis für Zivilcourage der Stadt Dachau erhielt.

2011 bewarb sich schließlich das Bürgerbündnis "Netzwerk Demokratie und Menschlichkeit", in dem politische Parteien, Kirchengemeinden und Initiativen aus allen Teilen Teltow-Flämings ihre Aktivitäten bündeln, gemeinsam mit der Integrations- und Gleichstellungsbeauftragten um die Schaffung eines Lokalen Aktionsplans Teltow-Fläming und um Förderung durch das damalige Bundesprogramm. Als Mittelgeber tritt seither auch die Mittelbrandenburgische Sparkasse auf, deren Beitragssumme vom Kreistag festgelegt wird.

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Der Weg zum heutigen Bundesprogramm

2001 bis 2006     Jugend für Toleranz und Demokratie
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2007 bis 2010     Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie
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2011 bis 2014     Toleranz fördern – Kompetenz stärken
                          
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2015 bis 2019     Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit
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Vom „Lokalen Aktionsplan“ zur „Partnerschaft für Demokratie“

Beim Übergang zum Bundesprogramm „Demokratie leben“ war beschlossen worden, das Mandat der Lokalen Aktionspläne zu erweitern und ihre Zahl zu erhöhen. Diese Aufgaben sind seither den Partnerschaften für Demokratie übertragen, die gleichsam die Nachfolge der Lokalen Aktionspläne angetreten haben. Nicht nur das Themengebiet der Projekt- und Aufklärungsarbeit ist erweitert worden, auch sind nun Verantwortliche aus Kommunalpolitik und Verwaltung hinzugekommen, um die Projektarbeit stärker den lokalen Gegebenheiten anpassen zu können.

261 Kommunen und Kreise sind im Programm „Demokratie leben!“ zur Entwicklung einer Partnerschaft für Demokratie ausgewählt worden. Einer davon ist der Landkreis Teltow-Fläming.

Die Partnerschaft setzt auf Information und Bildung ebenso wie auf praktische Projekte und die Einbeziehung in die Strategieentwicklung (z.B. auf unseren Herbstkonferenzen). Durch identitätsstiftende, medienwirksame Veranstaltungen und Projekte (z.B. den jährlichen Tag für Toleranz, das interkulturelle Sportprojekt Luckis Muckis und generationsübergreifende Geschichts- und Kulturprojekte) sollen neue Zielgruppen erreicht und Entwicklung lebendiger Partnerschaften gefördert werden.

  • Die fünf Säulen der Partnerschaft für Demokratie

    - Projektarbeit
    - Federführendes Amt in der Verwaltung mit angegliederter Fach- und Koordinierungsstelle
    - Begleitausschuss
    - Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung, Coaching
    - Jugendforum

 

Leitziele des Lokalen Aktionsplans Teltow-Fläming/Partnerschaft für Demokratie

Miteinander leben und die Zukunft gestalten  -  Leitbild des Landkreises Teltow-Fläming