„Der deutsche Ursprung liegt im Fremden“

Warum die Germanen keine Deutschen waren – und wie wissbegierige Barbaren in ihr nationales Dasein schlitterten

Die Deutschen traten „sich selbst immer ein wenig fremd gegenüber“, schreibt der Frankfurter Mittelalter-Historiker Johannes Fried in seinem Buch „Die Anfänge der Deutschen“, das deren „ethnische Taufe“ vom späten 8. bis zum 12. Jahrhundert in den Blick nimmt. Das viel beachtete Werk, das nach 20 Jahren in einer überarbeiteten Neuausgabe vorliegt, lässt sich mittlerweile auch als Kommentar zur aktuellen Diskussion um eine angebliche Bedrohung „eigener“ Werte lesen. Bernd Frye sprach mit Prof. Dr. Johannes Fried über ein Volk, das seinerseits aus fremden Elementen und Einwanderungsprozessen erwachsen ist.

 

Frye: Herr Professor Fried, Sie verfolgen die „Anfänge der Deutschen“ in Ihrem gleichnamigen Buch bis in das frühe Mittelalter. Ihr Blick reicht aber auch viel weiter zurück. Die Römer, so schreiben Sie, verzichteten im Jahr 16 „nach schweren Rückschlägen für immer auf die Eroberung Germaniens“. Das war vor 2000 Jahren. Haben wir da ein Jubiläum
verschwitzt?

 

Fried: Wir haben kein Jubiläum verschwitzt, sondern allenfalls ein trauriges Ereignis zu beklagen. Denn die Römer brachten Hochzivilisation, die in diesen Regionen – es geht hier vor allem um das Land zwischen Rhein und Elbe – noch nicht vorhanden war. Die Römer haben diesen Raum aufgegeben, ihn nicht mehr für ihre eigene Zivilisation fruchtbar werden lassen. Das ist für die künftige deutsche Geschichte von großer Bedeutung. Dieser Nachteil hat sich für uns bis in die Gegenwart bemerkbar gemacht. Der kulturelle Einschnitt ist natürlich im frühen Mittelalter und im Mittelalter

 

überhaupt besonders stark. Die Hochzivilisation bedurfte des Lateins als der lingua franca dieser Welt, als der Wissenschaftssprache dieser Welt; ohne Latein hätten sie damals nichts erreichen können.

 

Frye: Trotzdem scheint sich die Vorstellung einer direkten und auch ruhmreichen Linie von den „alten Germanen“ zu den heutigen Deutschen hartnäckig zu halten. „Die Geburt der Deutschen“ hieß etwa eine Titelgeschichte im „Spiegel“ anlässlich des 2000. Jahrestages der sogenannten Varusschlacht, in der Arminius, auch Hermann genannt, im Jahr 9 den Römern eine empfindliche Niederlage beigebracht hat.

Fried: Ja, die von Ihnen angesprochene Vorstellung hält sich leider hartnäckig. Und das ist falsch. Kein Selbstverständnis dieser Völkerschaften bezieht sich damals auf diese Germanen. Sie sind Franken, sie sind Sachsen, sie sind Bayern, sie sind Thüringer. Sie können auch viele kleinere Völkerschaften sein, die ihr eigenes Volksbewusstsein und Selbstverständnis hatten. Sie sprachen zwar verwandte Sprachen, aber sind deswegen noch lange kein gemeinsames Volk gewesen. Der Name „Germanen“ kommt – so ironisch das klingen mag – vermutlich von einem kleinen keltischen Stamm, der in der Caesar-Zeit im Bereich des heutigen südlichen Belgiens gelebt hat. Die Römer haben diesen Namen dann auch für die Völker rechts des Rheins verwendet.

 

 

Frye: Sie schreiben, dass sich das „Heimat-Gefühl“ lediglich auf „den eigenen Stamm und seine Provinz“ bezog. Warum waren die Menschen so weit entfernt davon, „auch nur die geringste Spur von Nationalbewusstsein aufzuweisen“?

 

Fried: Ich gebe nur ein Beispiel: Wir haben im 9. Jahrhundert einen berühmten Dichter, der heißt Gottschalk und ist ein sächsischer Grafensohn, der auf Lateinisch schreibt. Ihn verschlägt es in verschiedene Städte und Regionen, unter anderem ins Kloster Orbais in der heutigen Champagne, weshalb ihn die Franzosen „Gottschalk von Orbais“ nennen; bei den Deutschen heißt er „Gottschalk der Sachse“. Und dieser Gottschalk schreibt sinngemäß in einem Gedicht: „Ich war in Fulda im Ausland, und ich war auf der Reichenau in der Fremde.“ Diese Leute haben ein Selbstbewusstsein, das sich auf ihr eigenes Volk bezieht – nicht auf die Gesamtheit der Völker, die Karl der Große zu einem politischen Verband zusammengeschlossen hat, und auch nicht auf die Völkerschaften, die dann im frühen Deutschen Reich zusammengewürfelt sind. Sie sind jeweils Fremde im anderen Teil. Sie mögen einander auch nicht unbedingt, es gibt Streitigkeiten zwischen diesen Völkerschaften.

 

Frye: Trotzdem sind sie alle „deutsch“, eine Bezeichnung, die sich über die Jahrhunderte durchsetzt. Woher stammt dieser Begriff?

Fried: Das ist eine ganz eigentümliche, vertrackte Konstellation. Denn „deutsch“ ist ein Adjektiv zu dem untergegangenen althochdeutschen Wort „theod“. Und dieses Nomen bedeutet „Volk“. Dieses „deutsch“ in der althochdeutschen Version „theodisk“ bedeutet also eigentlich „zum Volk gehörig“. Der erste Beleg für „theodisk“ stammt aus dem 8. Jahrhundert. Dort meint das Adjektiv „in der Sprache des Volkes“, also nicht auf Latein.

„Theodisk“ – oder auch „diutisk“ – bleibt im Folgenden immer eng mit der Sprache verbunden.

 

Frye: Der Name der „Deutschen“ für das werdende Volk ist ja dann erstaunlicherweise eine Art „Re-Import“ aus Italien, um mit heutigen Begriffen zu sprechen. Wie kam es denn dazu?


Fried: Ihren Namen empfingen die Deutschen in der Tat in Italien. Er wurde von dort übernommen und setzte sich auch hierzulande durch, weil es keinen besseren gab. Ich kürze es ab: Nach der Spaltung des Frankenreiches, beginnend mit Otto dem Großen, ziehen ab Mitte des 10. Jahrhunderts regelmäßig Heere über die Alpen nach Rom. Sie bestehen aus fränkischen, schwäbischen oder bayrischen Gruppen, auch Slawen sind dabei. Und da wollen die Italiener wissen: „Ihr redet so komisch, was redet ihr denn da?“ Und da kriegen sie zur Antwort: „Wir reden in der Sprache unseres Volkes, ‚theodisk‘.“ Das greifen die Italiener auf – und sie sind ja auch eintausend Jahre später dabeigeblieben. Die Italiener nennen uns immer noch „i tedeschi“. Das ist dasselbe Wort wie „theodisci“, ein neulateinisches Wort als Nomen, „theodiscus“ im Singular, „theodisci“ im Plural, mit ganz geringen Verschleifungen, wie sie dem italienischen Sprachgefühl entsprechen. Und das muss man sich mal ganz klarmachen: Unser Volksname, unser Volksbewusstsein kommt aus der Fremde!

 

Frye: Ich zitiere aus Ihrem Buch: „Als Heer in Italien erlebten und begriffen sich die deutschen Völker erstmals als Deutsche, beschworen den Frieden untereinander und vereinten sich in der Gebetsgemeinschaft.“ – Und das, obwohl sie sich ein paar Wochen vorher noch fremd oder gar feindselig gegenübertraten …

Fried: ... und ein paar Wochen danach auch wieder. Sie verstehen sich nur in Italien als einheitliche Gruppe und bringen von dort diesen Einheitsnamen mit. Aber sobald sie zu Hause sind, bleiben sie die Bayern und die Franken und die Sachsen. Sie haben ihre eigene Heimat, ihre eigene politische Elite und vor allen Dingen ihr eigenes Recht, bei den Sachsen der „Sachsenspiegel“. Ein deutsches nationales Recht entsteht erstmals 1899.

 

 

 

Frye: Ihrer Analyse nach waren die Deutschen einerseits „stolz auf ihr Eigensein und damit auf ihr Barbarentum“, litten aber andererseits unter ihrem „urtümlichen Fremdsein“ und wollten das durch die „Aneignung des Fremden“ kompensieren. Ist das, was heute vermeintlich deutsch ist, inklusive der „deutschen Werte“, ein Resultat von Nachahmung und Imitation?


Fried: Bleiben wir zunächst bei den „deutschen Werten“. Ich muss entschieden bestreiten, dass es diese überhaupt gibt! Es gibt viele Werte, die auch bei den Deutschen zu Hause sind. Aber es gibt keine deutschen Werte. Nennen Sie mir irgendeinen Wert, und ich kann Ihnen zeigen, woher er kommt. Er kommt aus der Antike, aus dem Christentum. Die Römer, die Griechen, die Ägypter, die Juden, die Babylonier haben entsprechende Werte.

Frye: Die Geschichte der Deutschen ist also auch eine Geschichte des Kulturgefälles und des Wissenstransfers – wobei sich unsere Vorfahren bei der Aneignung des Fremden als sehr wissbegierig erwiesen.

Fried: Ja, das mussten sie auch. Wenn sie überhaupt etwas von der Hochzivilisation verstehen wollten, mussten sie sich dieser Hochzivilisation anschließen. Anders geht das nicht. Das fängt mit dem Latein an. Karl der Große sagt: „Ihr müsst gut Latein können. Ihr Mönche hier aus Fulda habt mir fehlerhafte Briefe geschrieben, das mag ich nicht, lernt mal besser Latein.“ Und Jahrzehnte später kann man hervorragend Latein, und im 12. Jahrhundert spricht man das Latein fließend. Die Sprache führt zur Moral, zur Philosophie, zur Theologie. Augustinus zum Beispiel schreibt nur lateinisch, die ganze Morallehre ist lateinisch. Da wird nachgeahmt, adaptiert, versucht, es für die eigene Welt fruchtbar werden zu lassen. Und das Gleiche gilt für die philosophischen Begriffe, die kommen durch die Bank aus dem Latein.

Frye: Wann wurden sich die Deutschen denn ihrer selbst bewusst, nachdem sie, wie Sie es ausdrücken, in ihr nationales Dasein „geschlittert“ sind, „ohne es zu merken und ohne es zu erstreben“?

Fried: Man wollte nicht „deutsch“ werden, sondern ist es durch die Umstände geworden, es hat sich so ergeben. Aber wann sich die Deutschen dann zum ersten Mal als Deutsche gefühlt haben, ist nicht leicht zu sagen. Eine gewisse emotionale Färbung finden Sie um 1200 bei Walther von der Vogelweide, wenn er beispielsweise von „uns Duitschen“ spricht, die dem Papst in Rom zu viel Geld bezahlen müssten und dergestalt von ihm „geärmet und gepfändet“ würden. Aber das ist kein richtiges Nationalbewusstsein – und das gibt es auch in der Folgezeit noch nicht. Schauen wir auf den Dichter Oswald von Wolkenstein, Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts. Der reist durch ganz Europa, spricht nie von Deutschen, nie von Deutschland! Er kennt Aragon, Österreich und Italien, er kennt die Franken und die Alemannen, und er kennt Nürnberg und auch meine Wohnstadt Heidelberg. Aber von den Deutschen spricht er nie. Das heißt also, die Deutschen sind für die Deutschen nichts, sie sind gar nicht da. Und dann kommt dieser Einschlag mit Tacitus, die Rezeption seiner

„Germania“ im 15. Jahrhundert durch die Humanisten. Und die verstehen das Bild von den Germanen, das Tacitus entworfen hat, als etwas, das man auf sich selbst anwenden kann. Jetzt hat man etwas, und jetzt ist man sogar mehr als die Italiener. Tacitus zeigt, wie vorbildlich wir sind!

 

Frye: Die damals wiederentdeckte Schrift des römischen Historikers Tacitus stammt wahrscheinlich aus dem 1. Jahrhundert. Eine Hauptthese besagt, dass die Germanen eine Art Urvolk sind: Sie siedelten schon immer in diesem Gebiet, und die einzelnen Völkerschaften haben einen gemeinsamen Stammvater. Warum hat das so eingeschlagen?

Fried: Weil die Deutschen davor keine nationale Geschichte hatten. Es gibt keine deutsche nationale Volkssage vor der Wiederentdeckung der taciteischen „Germania“. Deshalb schreibt Jacob Grimm auch noch im 19. Jahrhundert: „Durch eines Römers unsterbliche schrift war ein morgenroth in die geschichte Deutschlands gestellt worden.“ Diese Völker, die Franken, die Bayern, die Alemannen, die hatten alle ihre eigenen Traditionen und Mythen – und, das ist das Interessante, die sahen sich alle als Einwanderer. Die Franken hielten sich für Enkel der Trojaner, und die Schwaben kamen einst in großer Zahl übers Meer gefahren. Bei den Bayern gibt es verschiedene Abstammungssagen; sie kamen aus dem heutigen Armenien oder aus Sibirien. Alle kommen irgendwo aus der Fremde. Und dann liest man bei diesem Tacitus: Die Germanen sind ursessig, landgeboren, die wohnen seit jeher hier. Jetzt gilt als gewiss: Germanisch ist deutsch, allenfalls eine ältere Variante desselben. Und das bedeutet dann natürlich einen Schub für Nationalisierungs-Phänomene. Tacitus wird pausenlos gelesen, die deutschen Humanisten schreiben Kommentare, 1500 erscheint die erste Germania-Edition in Deutschland. Und das zieht sich dann bis ins 19. Jahrhundert. Sie können das wunderbar sehen, wenn Sie die Standesamtsregister anschauen, wie viele Thusneldas es dann gibt. Das ist einer der beliebtesten und politisch besetztesten Mädchennamen, die man im 19. Jahrhundert verteilt.

Frye: Thusnelda war laut Tacitus die Gemahlin des Arminius.


Fried: Richtig, und dieser soll sie zuvor – mit ihrem Einverständnis – entführt haben. Ihr Vater galt als römerfreundlich.

Frye: Tacitus hat für seine „Germania“ wahrscheinlich Versatzstücke einzelner Volkssagen verwendet. Aber wie kommt er dazu, die Germanen auch noch als sittliche Vorbilder zu loben?

 

Fried: Er schreibt eine moralische Schrift. Er hält seinen Römern den Spiegel vor: „Ihr seid doch moralisch runtergekommen, schaut euch diese Germanen an. Die können zwar saufen und ihre Freiheit verspielen, aber ansonsten sind sie ein ganz tapferes und aufrechtes Volk.“

Frye: Ihr Buch „Die Anfänge der Deutschen“ erschien im September 2015 in einer Neuausgabe – eigentlich, so war’s geplant, passend zu 25 Jahren deutscher Einheit. Doch dann wurde es auch gleich als Kommentar zur Flüchtlingsdebatte herangezogen. Sie waren und sind ein gefragter Interviewpartner, wobei Ihre Thesen weitestgehend Zuspruch finden. Es gab aber auch andere Stimmen – einige anonym im Internet –, da gehörten die Vorwürfe, Sie seien „antideutsch“ und hätten die deutsche Geschichte „neu erfunden“, noch zu den gemäßigteren Aussagen. Was halten Sie davon?

Fried: Ich habe derartige Diskussionen und den politischen Hintergrund zum Anlass genommen, gründlich nachzudenken über das, was deutsche Dichter und Denker über die Deutschen sagen. Dann bin ich nicht bei den Historikern, sondern bei den Dichtern und Denkern, das ist nochmal eine Klasse höher. Ich verweise Sie jetzt auf zwei Autoren. Goethe sagt: „Wir Deutsche sind von gestern.“ Und Nietzsche toppt das Ganze: „Die Deutschen sind von Vorgestern und Übermorgen, sie haben kein heute.“ Trotzdem schwärmen diese Leute, beispielsweise aus der AfD, vom „Volk der Dichter und Denker“. Nur gelesen haben sie sie wohl nicht. Und was ist mit Lessings „Nathan der Weise“ und dessen Plädoyer für Toleranz? Wer hat’s denn gelesen?

 

 

 

Frye: Würden Sie, mit Blick und Bezug auf die aktuellen Geschehnisse und Diskussionen, bei einer neuerlichen Überarbeitung Ihres Buches entsprechende Modifikationen oder Pointierungen vornehmen?

Fried: Das Einleitungs- und Schlusskapitel zur Frage „Was ist deutsch?“ würde ich vielleicht etwas schärfer prononcieren, aber nicht wesentlich anders im Tenor. Das Bemerkenswerte ist, dass diese Kapitel vor 20 Jahren überhaupt nicht gewirkt haben. Und daran habe ich wiederum festgestellt, dass Texte ihre Zeit haben. Sie können nicht einfach sagen: „Ich schreib’ das jetzt für heute.“ Sondern Sie schreiben es so, wie Sie es können, und wenn Sie Glück haben, kommt das an, und wenn Sie Pech haben, kommt es erst in 100 Jahren an.

Frye: Welche Schärfungen würden Sie vornehmen?

Fried: Dass die Deutschen nie ein einheitliches Volk waren, es erst im 19. Jahrhundert – wenn überhaupt – geworden sind. Hinzu kommt: Viele der  Völkerschaften, aus denen wir im Mittelalter zusammengewachsen sind oder die in einem Reich zusammengeschmolzen wurden, sind heute eigenständige Nationen. Nehmen Sie nur die Holländer, die bei den Engländern immer noch „the Dutch“, „die Deutschen“ heißen. Und in gewisser Hinsicht passend zu den frühen Abstammungssagen, wonach ja alle Stämme jeweils aus der Fremde kamen, würde ich betonen, dass eigentlich alle Völker Einwanderer sind. Ich habe unlängst einen entsprechenden Vortrag gehört von Johannes Krause, Professor für Archäo- und Paläogenetik und Direktor am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena. Sie können genetisch feststellen, woher die Bevölkerung stammt. Die ersten Hinweise auf Bauernkulturen gibt es im vorderen Orient. Und so etwa vor siebeneinhalbtausend Jahren kommen bäuerliche Siedler hierher und besetzen die ersten Siedelgebiete, wo man Getreide pflanzen und Tiere züchten kann. Wir sind also alle Einwanderer – wenn Sie es so wollen – aus der Türkei, aus dem Irak, aus Syrien. Da kommen wir her. Das würde ich vielleicht heute prononcierter im
Schlusskapitel ansprechen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Johannes Fried, 74, ist emeritierter Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Goethe-Universität. Er zeichnet ein Bild des Mittelalters, das – im Gegensatz zur weitverbreiteten Vorstellung – wenig zu tun hat mit „dunkel“ und „finster“. Vor drei Jahren erschien seine viel beachtete Biografie zu Karl dem Großen, in diesem Jahr wurde ebenfalls im Beck Verlag sein Buch „Dies irae. Eine Geschichte des Weltuntergangs“ veröffentlicht, in dem er die Vorstellungen der Menschen über die Apokalypse seit der Antike nachzeichnet. Der Mediävist ist Mitglied von zwei nationalen und zwei internationalen Akademien. Er erhielt in den vergangenen Jahren vielfältige Auszeichnungen für seine wissenschaftlichen Arbeiten – erst 2015 die Carl Friedrich Gauß-Medaille der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft.

 

Das Gespräch erschien erstmals in: Forschung Frankfurt, 2.2016


Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von FORSCHUNG FRANKFURT - Wissenschaftsmagazin der Goethe-Universität

 

 

 

 

 

 

 

 

Johannes Fried
Die Anfänge der Deutschen -
Der Weg in die Geschichte

Berlin (Propyläen Verlag) 2015
ISBN: 13 978354907 4664

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