Was ist Populismus?

Wer wird heute nicht alles als Populist bezeichnet: Gegner der Eurorettung, Figuren wie Marine Le Pen, Politiker des Mainstream, die meinen, dem Volk aufs Maul schauen zu müssen. Vielleicht ist ein Populist aber auch einfach nur ein populärer Konkurrent, dessen Programm man nicht mag, wie Ralf Dahrendorf einmal anmerkte? Lässt sich das Phänomen schärfer umreißen und seine Ursachen erklären? Worin besteht der Unterschied zwischen Rechts- und Linkspopulismus?

Jan-Werner Müller, Politikwissenschaftler an der Universität Princeton, nimmt aktuelle Entwicklungen zum Ausgangspunkt, um eine Theorie des Populismus zu skizzieren und Populismus letztlich klar von der Demokratie abzugrenzen. Seine Thesen helfen zudem, neue Strategien in der Auseinandersetzung mit Populisten zu entwickeln.

Jan-Werner Müller
Was ist Populismus?
Ein Essay
Berlin (Suhrkamp Verlag) 2016, 160 Seiten
ISBN 978-3-518-07522-7

Leseprobe

 

Wie ordnen Sie mit Ihrem Populismus-Begriff die AfD ein?

 

 

 

 

 

Jan-Werner Müller, taz, 11.11.2016

"Anfangs war die AfD größtenteils keine populistische Partei und es war ein Fehler, dass man sie mit zum Teil hochmoralischen Argumenten als solche bezeichnet hat. Heute ist die AfD eindeutig populistisch, weil sie sagt, die anderen Parteien seien alle illegitim und eigentlich 'Einheitspartei'; sie nimmt für sich in Anspruch, die einzige Vertreterin des wahren deutschen Volkes zu sein."

 

 

Jan-Werner Müller am 21. Januar 2017 zum Thema "Das Wesen des Populismus" anlässlich der Eröffnung der Konferenz "Kulturkampf – Wie begegnen wir dem Angriff der Populist*innen auf die offene Gesellschaft?" in Stuttgart

 

(Start: 00:48:00; Ende: 01:15:00):

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