Handbuch Islam gibt Antworten

Zahlen, Fakten und Grundlagenwissen zu Islam und Muslimen in Deutschland präsentiert das Journalisten-Handbuch zum Thema Islam. Das vom Mediendienst Integration herausgegebene 162-seitige Buch ist Anfang November 2016 erschienen und bündelt zahlreiche Beiträge in- und ausländischer Islamforscher. Der Band will Antworten geben auf die Fragen: Was wissen wir über die Muslime, die in Deutschland leben? Wie aussagekräftig sind Untersuchungen und Statistiken? Welche muslimischen Verbände gibt es? Wo und wie engagieren sich Muslime?

Ausschnitt aus dem Beitrag "Islamfeindlichkeit in Deutschland" von Naime Cakir, Kulturwissenschaftlerin an der Frankfuter Johann-Wolfgang-Goethe-Universität:

"Das Gefühl von Bedrohung und politischer Machtlosigkeit begünstigt islam- und fremdenfeindliche Orientierungen. Auch autoritäre Strukturen und Denkmuster fördern die Ablehnung von „Fremden“. Zahlreiche Studien belegen zudem den Zusammenhang zwischen geringer Bildung und der Zustimmung zu islamfeindlichen Aussagen, wobei hier Vorsicht geboten ist, da die Verbreitung des islamfeindlichen Gedankengutes auch durch gut gebildete und vernetzte Akteure stattfindet.

Ursachen für das Erstarken der modernen Islamfeindlichkeit können zudem in den 1990er Jahren gesucht werden. Nach dem Ende des „Kalten Krieges“ kam dem Islam anstelle des Kommunismus eine zentrale Feindbildfunktion zu, die offenbar zum Zwecke der Selbstdefinition existenziell notwendig war und es noch heute ist. Nicht zu vernachlässigen ist auch die deutsche Wiedervereinigung, die mit der Suche nach einer neuen deutschen Identität einherging. In Teilen der Bevölkerung gab es ein Erstarken nationalistischer Einstellungen.

Die moderne Form der Islamfeindlichkeit will Muslime beziehungsweise vermeintliche Muslime, die in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind, zurück an den gesellschaftlichen Rand drängen. Ehemalige Gastarbeiter haben ihren Lebensmittelpunkt auf Dauer in die Bundesrepublik verlegt – als mündige Bürger dieses Landes beanspruchen sie Rechte und Rollen, die für sie nicht vorgesehen waren."

 

Das Handbuch kann hier heruntergeladen werden

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