"Wer nichts weiß, muss alles glauben"

Erinnerung an die Wiener Schriftstellerin Christine Nöstlinger


Bis an ihr Lebensende war Christine Nöstlinger eine Kämpferin gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung sowie für Bildung. „Wer nichts weiß muss alles glauben. Auch den größten Unsinn und die schamlosesten Verdrehungen“, sagte sie am 5. Mai 2015 in einer Rede bei der Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Mauthausen im Historischen Sitzungssaal des österreichischen Parlaments.  Auch hier warnte sie wie so oft vor Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

„Ich hab nicht mehr viel Zeit zum Leben, ein paar Jahre noch, wenn es hochkommt, und wenn ich mir die politische Situation in Österreich und ganz Europa ansehe, sehe ich eigentlich nicht, dass der Rechtsrutsch aufhört, solang ich noch lebe“, sagte die große Wiener Schriftstellerin und Kinderbuchautorin knapp zwei Jahre vor ihrem Tod in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Am 28. Juni 2018 starb sie im Alter von 81 Jahren in ihrer österreichischen Heimat.
 
Über 150 Bücher schrieb sie, seit 1970 ihr Erstlingswerk „Die feuerrote Friederike“ erschienen war, viele davon in zahlreiche Sprachen übersetzt. Zu den bekanntesten Veröffentlichungen zählen „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“, die Serie „Geschichten vom Franz“, die Autobiografie „Maikäfer flieg“ und „Konrad oder das Kind aus der Konservendose“.

 

In einem Gespräch mit der „Tageszeitung“ (taz) zeigte sich Christine Nöstlinger zuletzt resigniert angesichts des zunehmenden Rechtstrends in Österreich und in anderen europäischen Ländern. „Da wäre ja jeder ein Depp, der nicht resigniert.“

 

Zur Erinnerung an Christine Nöstlinger hier ihre viel beachtete Rede im österreichischen Parlament:

Die Rede von Christine Nöstlinger hier zum Nachlesen

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