Muslime in Europa – Integriert, aber nicht akzeptiert?

In Deutschland leben derzeit rund 4,7 Millionen Muslime. Ihre Teilhabe an der deutschen Gesellschaft macht zwar sichtbare Fortschritte, dennoch werden die Integrationserfolge zu wenig anerkannt. Fast ein Fünftel aller Bürger in Deutschland geben an, keine Muslime als Nachbarn haben zu wollen.

Vor allem rechtspopulistische Bewegungen ziehen grundsätzlich in Zweifel, dass muslimische Religiosität mit dem Leben in einer westlichen Demokratie und Leistungsgesellschaft vereinbar ist. Das zeigt der jüngste, Ende August 2017 veröffentlichte „Religionsmonitor“ der Bertelsmann Stiftung mit dem Titel „Muslime in Europa – Integriert, aber nicht akzeptiert?“.

Darin werden Sprachkompetenz, Bildung, Teilhabe am Arbeitsleben und interreligiöse Kontakte von Muslimen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien und Frankreich verglichen. Unter anderem kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass die Eingliederung in den Arbeitsmarkt in Deutschland besonders erfolgreich verläuft. Die Erwerbsbeteiligung von Muslimen unterscheidet sich nicht mehr vom Bundesdurchschnitt der deutschen Bevölkerung.

Das gelte allerdings nicht für Muslime, die sich als hochreligiös bezeichnen. Ihnen fällt es der Studie zufolge schwer einen Job zu finden, der ihren Qualifikationen entspricht. Sie verdienten erheblich weniger als Muslime, die ihre Religion nicht praktizieren. In Großbritannien zum Beispiel konnte dieser Unterschied nicht festgestellt werden.

In ihrem „Religionsmonitor“ vergleicht die Bertelsmann Stiftung regelmäßig international auf der Grundlage von repräsentativen Bevölkerungsumfragen die Bedeutung von Religion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Bertelsmann Stiftung
Studie „Muslime in Europa – Integriert, aber nicht akzeptiert?“
Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung

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