Alle sollen teilhaben

Integration gilt nicht nur für Zugewanderte

Ende September stimmt Deutschland über einen neuen Bundestag ab. In Teltow-Fläming wird darüber hinaus auch das Landratsamt neu besetzt. Anders als 2017 spielen Migration und Integration im diesjährigen Wahlkampf bundesweit kaum eine Rolle. Die nächste Bundesregierung wird wie ihre Vorgängerinnen die Leitlinien der Integrationspolitik vorgeben. Ob und wie die Menschen aber am Gemeinwesen in Stadt und Land teilhaben, entscheidet sich vor allem in den Kommunen.

Über die Hälfte der 401 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland gehen Integration und Teilhabe bereits systematisch an. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung hervor. Die von der Stiftung Mercator geförderte Publikation „Alle sollen teilhaben“ untersucht, wie Landkreise und kreisfreie Städte ihre Integrationsarbeit gestalten und gleichzeitig Chancen zur  Teilhabe vor Ort mit in den Blick nehmen.

In vielen dieser Konzepte wird festgehalten, dass es bei Integration um die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen geht und damit ein teilhabeorientiertes Integrationsverständnis zum Beispiel bei den Themen Arbeit, Bildung, Sprache, Wohnen und Gesundheit gemeint ist.

Damit reagieren die Kommunen auf ungleiche Chancen von Zugewanderten und Alteingesessenen. Nicht selten klaffen allerdings Anspruch und Wirklichkeit noch weit auseinander. So richtet sich Integrationsbemühen zunächst an Zugewanderte und lässt offen, ob auch andere Bevölkerungsgruppen davon profitieren könnten.

„Dabei sollte teilhabeorientierte Integrationsarbeit allen zugutekommen“, sagt Thomas Nice, Mitautor der Studie. Integration bedeute dann nicht mehr, dass sich die Einzelnen in eine vermeintlich homogene Aufnahmegesellschaft eingliedern, sondern dass alle BewohnerInnen durch gleichberechtigte Teilhabe am Gemeinwesen zusammenwachsen.

zur Studie "Alle sollen teilhaben"

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