Band für Mut und Verständigung würdigt Engagement

Preisträger 2016: Netzwerk für Demokratie und Menschlichkeit, Zossen (Foto: brandenburg.de)

Potsdam - Mit dem "Band für Mut und Verständigung" sind am 4. Juli in Potsdam zwei Initiativen aus Brandenburg ausgezeichnet worden, die sich für die Integration von geflüchteten Menschen einsetzenn. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und die Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, Doro Zinke, übergaben den Preis an das Netzwerk für Demokratie und Menschlichkeit aus Zossen (Teltow-Fläming) und den kommunalpolitisch engagierten Gewerkschafter Lars Wendland aus Brieskow-Finkenheerd (Landkreis Oder-Spree). Das Band für Mut und Verständigung zeichnet seit 1993 beispielhaftes Engagement gegen rassistische Gewalt und für interkulturelle Verständigung aus.

 

Bürger und Entscheidungsträger

Das Netzwerk Demokratie und Menschlichkeit wurde im Oktober 2015 in Zossen von Mitgliedern in Parteien, Initiativen, Gemeinden und Kirchen sowie engagierten Bürgern gegründet. Die Jury hob in ihrer Entscheidung hervor, dass das Netzwerk den Dialog zwischen eingesessenen Bürgern und Geflüchteten gefördert hat, um gegenseitige Vorbehalte und Berührungsängste abzubauen. Das Netzwerk organisiert Bürgerstammtische und unterstützt zahlreiche andere Aktivitäten im Landkreis Teltow-Fläming - Sprachkurse, Kulturveranstaltungen, Nähkurse und Markttage. Auf politischer Ebene bringt das Bündnis Einwohner mit Entscheidungsträgern zusammen, um Fragen der Flüchtlingspolitik zu erörtern.

Die Jury würdigte den Einsatz von Lars Wendland, der trotz Einschüchterungsversuchen aus dem rechten politischen Spektrum einen entscheidenden Beitrag zur Integration von Familien aus Syrien in Brieskow-Finkenheerd geleistet hat. Ministerpräsident Dietmar Woidke betonte in seiner Laudatio: „Die Ausgezeichneten geben ihre Zeit, ihre Kraft und oft auch ihre finanziellen Ressourcen, um Anderen in Not beizustehen. Sie setzen sich dafür ein, dass Menschen anderer Kultur bei uns in Brandenburg gut aufgenommen und nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung gesehen werden.“

 

Ein breites Bündnis

Das „Band für Mut und Verständigung“ wird vom Bündnis für Mut und Verständigung verliehen (bis 2014: Bündnis der Vernunft gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit), das der DGB nach den gewaltsamen Übergriffen auf Ausländer Anfang der 1990er Jahre initiiert hatte. Dem Bündnis gehören unter anderem der Flüchtlingsrat Berlin, die großen Wohlfahrtsverbände, die evangelische und die katholische Kirche und die Jüdische Gemeinde zu Berlin an sowie mehrere Landespolitiker.

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