Berlin ist eine Hochburg des Salafismus

Die salafistische Szene in Berlin besteht nahezu ausschließlich aus Männern im mittleren Alter, unter denen der Anteil der gewaltbereiten Mitglieder stark zugenommen hat. Zu diesem Ergebnis kommt der Berliner Verfassungsschutz in einer Publikation mit dem Titel „Hintergründe zu den Angehörigen des salafistischen Spektrums“. Bundesweit sollen 11.000 Personen zum salafistischen Milieu zählen.

950 Menschen zählt die ultrakonservative Gruppierung in Berlin, deren Mitgliedschaft sich in den vergangenen sechs Jahren verdoppelt hat. Rechnete man 2011 den militanten Gruppierungen innerhalb der Szene noch rund hundert Personen zu, so neigten heute über 400 Menschen zu gewalttätigen Aktionen. Damit hat nach Erkenntnis des Verfassungsschutzes auch das Risiko terroristischer Anschläge zugenommen.

Rund 90 Prozent der in Berlin lebenden Salafisten sind Männer im Durchschnittsalter von 34 Jahren. Rund die Hälfte der Szeneangehörigen ist deutscher Staatsangehörigkeit oder besitzt einen zweiten Pass. Hier herrschen die Pässe arabischer Ländern und der Türkei vor. Unter den nichtdeutschen Salafisten dominieren russische Staatsangehörige aus dem Kaukasus.

Flüchtlinge sind in Kreisen der Salafisten nur in geringer Zahl vertreten, wobei allerdings nur die nach 2014 eingereisten Personen gezählt wurden. Die Wohngebiete der Berliner Ultrafrommen sind Wedding, Neukölln und Kreuzberg, wo sich mehr als die Hälfte niedergelassen hat. Von den 43 Salafisten, die in Berliner Gefängnissen einsitzen, sind die meisten wegen terrroristischer Straftaten verurteilt worden.

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