Herbstkonferenz 2021: Bürgerbeteiligung ist ein ständiger Prozess

12. Herbstkonferenz des Landkreises Teltow-Fläming

Die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger Teltow-Flämings an politischem Geschehen und Entscheidungen im Landkreis gewinnt zunehmend an Bedeutung. Eine eigene  Arbeitsgruppe wird sich demnächst vertieft dem Thema „Bürgerbeteiligung“ widmen. Das ist eines der Ergebnisse der diesjährigen Herbstkonferenz, die am 29. Oktober rund 60 Personen zu einem Online-Symposium zusammenbrachte. Zum 12. Mal hatte der Landkreis gemeinsam mit der Partnerschaft für Demokratie zu der traditionellen Zusammenkunft eingeladen.

In ihrem Grußwort verwies Landrätin Kornelia Wehlan auf den seit längerem geplanten Bürgerdialog „Miteinander reden – miteinander leben“, der nach der coronabedingten Zwangspause demnächst neue Konturen erhalten soll. „Miteinander lässt sich nicht verordnen und in Gesetze packen. Das müssen wir uns im Alltag immer wieder bewusstmachen“, fasste Wehlan Zielsetzung und Aufgabe des Dialogs zusammen. Bereits die Herbstkonferenz des Jahres 2019 hatte das Thema Jugendbeteiligung in den Mittelpunkt der Debatte gestellt.

Die Zoom-Konferenz 2021 stand daher im Zeichen von Ehrenamt, Engagement und Mitwirkungsmöglichkeiten. Es ging darum, die Herausforderungen bürgerschaftlichen Zusammenlebens in Teltow-Fläming zu diskutieren. Die überwiegende Mehrheit der Beteiligten kam aus Verwaltung und gemeinnützigen Organisationen, aber auch Personen aus Politik und ehrenamtlichen Initiativen von Großbeeren im Norden bis Dahme/Mark im Süden waren vertreten.

Die Debatten fanden nach kurzen Einführungsvorträgen an vier virtuellen Thementischen statt – Bürgerbeteiligung, Förderung von Engagement, Kinder- und Jugendbeteiligung – wobei zum vierten Thementisch: Seniorenbeteiligung auch eine Gruppe älterer Personen in einem Raum des Kreishauses zusammengekommen und der Konferenz zugeschaltet war.

Da nahezu alle Debattierenden auf die eine oder andere Weise beruflich mit den Konferenzthemen verbunden waren, konnten die genannten Motive zur Teilnahme kaum überraschen. Für die Mehrzahl lag der Nutzen der Konferenz darin, Erfahrungen anderer zu teilen und förderlich womöglich in die eigene Tätigkeit einzubringen. Darüber hinaus sahen die meisten einen großen Gewinn darin, über die Konferenz hinaus zu kooperieren und sich zu vernetzen.

Eine kleine Umfrage unter den Beteiligten zum Start der Veranstaltung ergab, dass viele die größten Defizite bei der Bürgerbeteiligung in Teltow-Fläming darin sehen, dass sich der Nutzen bei der Bürgerschaft selber noch nicht herumgesprochen habe und bürgerschaftliches Engagement häufig abseits der Öffentlichkeit stattfinde. Manche bezweifelten jedoch auch den guten Willen der Politik, während der Verwaltung ein eher gutes Zeugnis ausgestellt wurde.

Als eine Art Selbstverpflichtung riefen einige Diskutanten dazu auf, in den Verwaltungen stärker darauf zu beharren, Partizipation der Bürgerschaft als Teil der täglichen Verwaltungsarbeit zu verstehen. So standen beide Forderungen nahezu gleichauf, die Bürgerschaft müsse die Angebote zu mehr Teilhabe stärker wahrnehmen, die Verwaltungen bürgerschaftlichem Engagement Anerkennung entgegenbringen.

An Beispielen aus Städten und Gemeinden des Landkreises berichteten Personen aus Verwaltung und Initiativen, dass zuweilen die Kooperation von Verwaltung und Bürgerschaft einen guten Weg eingeschlagen habe, beispielsweise in der Debatte um Nachhaltigkeitsbemühungen am Ort oder um die Einbeziehung und Beratung zugewanderter Menschen.

Beim Thema Förderung ehrenamtlicher Tätigkeit hieß es, die Behörden seien aufgerufen, interessierte Menschen in ihrer Motiation zu stärken und Erschwernisse fürs Engagement abzubauen. Dazu brauche es mehr Information für die Öffentlichkeit, um auf Wege und Möglichkeiten zu ehrenamtlicher Tätigkeit hinzuweisen.

Als Fazit der Konferenz nahmen viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit, dass Teltow-Fläming relativ gut aufgestellt sei, was die Bereitschaft vieler Menschen im Landkreis zu ehrenamtlichem Engagement angeht. Die Bereitschaft des Landkreises, Bürgerbeteiligung zu fördern und ihr in der Verwaltungsarbeit verstärkt Aufmerksamkeit zu geben, wurde hervorgehoben.

Wenn die 13. Herbstkonferenz im nächsten Jahr voraussichtlich in gewohnter Weise im Kreishaus in Luckenwalde stattfindet, werden die Debatten gewiss fortgesetzt, weil Bürgerbeteiligung notwendigerweise ein ständiger Prozess ist im Sinne des Leitbildes von Teltow-Fläming.

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