Bürgerschaft will mehr mitgestalten

Ergebnisse der Bürgerumfrage Teltow-Fläming vorgestellt


Die Mehrheit der Menschen im Landkreis Teltow-Fläming wünscht sich mehr Mitsprache, wenn es um Entscheidungen von Politik und Verwaltung geht. Das ist eines der Ergebnisse der Bürgerumfrage, die die Wissenschaftsstiftung Change Centre im Landkreis durchgeführt hat. 1.274 Personen haben an der Online-Studie teilgenommen.

„Nur 48 Prozent der Menschen sind mit ihrer Lebenssituation ‚sehr zufrieden‘ oder ‚eher zufrieden‘“, berichtete Professor Joachim Klewes, Leiter der gemeinnützigen Stiftung. Das sei deutlich weniger als in anderen Regionen Deutschlands, wo die Vergleichswerte zwischen 60 und 90 Prozent lägen.„Vergleichsweise zufrieden sind die Menschen bei uns mit dem Nachbarschafts- und Gemeindeleben, dem Sport- und Einkaufsangebot. Dramatisch unzufrieden sind sie mit den Angeboten für Jugendliche und junge Familien,“ sagte Klewes. Auch die Zufriedenheit mit Politik und Verwaltung sei im Landkreis gering. Dagegen sei die Zufriedenheit mit den kommunalen Verwaltungen in den Gemeinden, Ämtern und Städten des Kreises höher und auch mit der Kreisverwaltung.

Sehr ausgeprägt, so die Studienergebnisse, ist der Wunsch der Befragten, selbst aktiv an Entscheidungen in Politik und Verwaltung mitzuwirken – drei von vier Personen haben das berichtet. „Zwar will der überwiegende Teil unserer Stichprobe wählen gehen,“ berichtet Klewes, „aber in einer Partei mitzumachen oder sich als Gemeindevertreter aufstellen zu lassen, das ist eher etwas für eine Minderheit. Doppelt so hoch, bei 45 % bzw. 52 % liegt die Bereitschaft, bei einem Runden Tisch oder einer Bürgerinitiative mitzumachen.“

Zu dem Empfehlungen, die die Stiftung der Auswertung anschloss, gehört deshalb, die Bürgerschaft mit neuen Veranstaltungsformen und mit digitalen Formaten zur Mitwirkung einzuladen. „Ich glaube, dass die Fachleute der Verwaltung und auch die Politikerinnen und Politiker meistens das Beste für den Landkreis wollen und viel persönliche Zeit und Kraft in ihre Arbeit stecken – auf der Politikseite ja ehrenamtlich. Aber sie dürfen sich heute nicht mehr darauf verlassen, dass die Menschen ihnen ohne weiteres zuhören oder vertrauen. Sie müssen viel mehr Zeit und Aufwand dafür verwenden, aktiv auf die Menschen zuzugehen. Sie müssen Präsenz zeigen, gerade auf dem Land!“

Anlass der Umfrage war zunächst eine Machbarkeitsstudie für die Kreisverwaltung. Sie sollte untersuchen, ob und wie die Dienstleistungen der Fahrbibliothek ausgeweitet werden könnten. Die Ergebnisse dazu waren ausgesprochen positiv: Der Bücherbus war bei den Befragten bestens bekannt und mit mehr als 80 Prozent positiv bewertet. Und, so der Tenor vieler Antworten, er könnte durch erweiterte Informations- und Beratungsangebote im Sinne eines mobilen Bürgerservices in Zukunft noch intensiver genutzt werden. (Change Centre/US)

Die Ergebnisse der Studie sind hier abrufbar

Zurück