Bundesregierung gibt Rassismus-Studie in Auftrag

Foto: Markus Winkler/Unsplash

Gibt es Rassismus in deutschen Behörden? Die Frage hat die Bundesregierung jetzt zu einer wissenschaftlichen Untersuchung veranlasst. Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) in Leipzig ist vom Bundesinnenministerium  beauftragt worden zu untersuchen, „ob in Behörden Diskriminierungen, die sich auf rassistische Stereotype beziehen, zu beobachten sind und wie dies von Betroffenen und Behördenvertreterinnen eingeordnet wird“.

So beschreibt es Gert Pickel, der gemeinsam mit Matthias Middell am FGZ die auf drei Jahre angelegte Studie leitet. An neun Standorten wollen die Wissenschaftler klären, ob und in welcher Form Rassismus in staatlichen Institutionen auftritt und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet.

Analysiert wird in 22 Einzelprojekten das Verhalten von Behörden des Bundes, der Länder wie auch von Kommunen. Insgesamt hat das Innenministerium dafür sechs Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Der Auftrag für die Untersuchung versteht sich auch als Reaktion auf Versäumnisse von Polizei und Behörden nach dem rassistisch motivierten Attentat vom 19. Februar 2020 in Hanau, bei dem neun Menschen ermordet wurden.

Ein kurz später ins Leben gerufener „Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus“, dem auch das Innenministerium angehörte, bereitete Schritte vor („Maßnahmenkatalog“), wie gegen die Gefahr von rechts vorgegangen werden soll. Dazu gehört unter anderem die nun vom Leipziger FGZ aufgenommene Studie über rassistische Diskriminierungen durch Behörden.

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