Case not closed: Jüdisch-türkische Spurensuche in Berlin

Im Projekt »Case Not Closed« kooperieren das Anne Frank Zentrum (Berlin) mit der Türkischen Gemeinde Deutschland und SEHAK (Istanbul). Jugendliche aus Deutschland und der Türkei erforschen Biografien von türkischen Jüdinnen und Juden, die in den 1930er Jahren in Berlin gelebt haben.

Über 500 jüdische Menschen, die das Osmanische Reich bzw. die Republik Türkei verlassen hatten, hielten sich damals in Berlin auf. Das nationalistische und teilweise antijüdische Klima in der Türkei hatte viele zur Auswanderung getrieben.

Ab 1933 waren auch sie von  Verfolgung durch die Nationalsozialisten betroffen. Am 26. Oktober 1943 wurden auf Anordnung des Reichsicherheitshauptamts zwölf türkisch-jüdischen Frauen und drei Kindern aus Berlin in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Zur gleichen Zeit wurden neun Männer – überwiegend Angehörige der Frauen – ins  Konzentrationslager Buchenwald gebracht. Fünf der Männer wurden dort ermordet.

Zehn Frauen und Kinder gelangten im März 1945 bei einem Gefangenenaustausch zwischen beiden Ländern in die Türkei. Über ihren weiteren Lebensweg ist wenig bekannt, meist nur Namen und Geburtsdaten, teilweise auch die Sterbedaten. Zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung in Berlin besaßen sie noch die türkische Staatsbürgerschaft. Die Türkei hätte zu diesem Zeitpunkt ihre Freilassung fordern können.

Einladung zur Teilnahme

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