Das verrohte Land – Wenn das Mitgefühl schwindet

Bürgermeister werden mit Messern angegriffen, Feuerwehrleuten werden die Reifen zerstochen, weil ihr Einsatzwagen die Straße versperrt. Szenen von Aggressionen, die tagtäglich in Deutschland geschehen. Woher kommt die zunehmende Verrohung, fragt die ARD-Reportage „Das verrohte Land – Wenn das Mitgefühl schwindet“ .

In der 45-minütigen Sendung berichten Polizisten, Krankenpfleger, Busfahrer und Behördenmitarbeiter, die Übergriffe mit Eisenstangen, Messern oder Fäusten am eigenen Leibe erlebt haben. Der Film schildert Beispiele aus allen Teilen der Bundesrepublik. Hier rasten Randalierer in Rathäusern aus und werfen mit Gegenständen um sich, dort bedrohen Betrunkene Sanitäter in der Notaufnahme mit Küchenmessern oder attackieren Zugbegleiter.

Die Täter kommen aus allen Alters- und Gesellschaftsgruppen, heißt es im Film. In Berlin geraten sich auf Fußballplätzen von jugendlichen Freizeitsportlern die Väter der Spieler in die Haare, in Hannover verletzt ein 19-Jähriger mehrere Polizisten und wird dabei von Passanten angefeuert. Im hessischen Oberursel schlägt ein Mann einem Busfahrer ein Auge aus.  

Gewalt gegen Amtsträger nimmt, so die Reportage, in erschreckendem Maße zu. Nach Erkenntnissen des Sozialpsychologen Andreas Zick, der im Film zu Wort kommt, wird die Gewalt keineswegs nur von Hooligans oder kriminellen Banden und Einzeltätern ausgeübt.

Angesichts von Massenschlägereien am Rande von Musik- oder Sportveranstaltungen frage er sich manchmal, ob Gewalt „jetzt zu einem Kultur-Event wird“. Manche Gruppen agierten mit sichtbarem Spaß an Gewalt.

Zurück