Debatte: Jugend & Politik in Teltow-Fläming

Was kann Jugendpolitik leisten? Was können Jugendliche erreichen? Diese Fragen hat das Jugendforum Teltow-Fläming zur Debatte gestellt. Anlass war das einjährige Bestehen des Jugendforums, das sich bislang bereits mit zahlreichen Veranstaltungen und Unternehmungen unter den jungen Leuten des Kreises einen Namen gemacht hat.

Rund 30 Interessenten waren am 14. Juli in der Luckenwalder „Multilocation“ Goldene 33 zusammengekommen. Zu der Podiumsdiskussion eingeladen war ein breites Spektrum von parteinahen und parteiunabhängigen Jugendvertretungen.

 

Nils Rusche von der Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung berichtete zu Beginn über erste Erfahrungen im Projekt „Jugendgerechte Kommune“  am Beispiel der Stadt Finsterwalde. Insgesamt 16 Städte in allen Bundesländern haben sich dem dreijährigen Projekt angeschlossen, um ein stärkeres jugendpolitisches Profil zu gewinnen. Rusche hob hervor, dass die Beteiligung der Jugendlichen dort besonders gewinnbringend verlaufe, wo kurze Wege die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit erleichtern und wo eine jugendgemäße Ansprache herrsche.

 

Zu der anschließenden Debatte waren eingeladen:
Philipp Maaßen (Grüne Jugend Teltow-Fläming)
Marc Niechciol (Junge Union Teltow-Fläming)
Benjamin Hartwig (Jungsozialisten Teltow-Fläming)
Annekatrin Friedrich (Landesjugendring Brandenburg
Toni Lehnert (Landesschülerrat)
Ireen Beyer (Jugendforum Teltow-Fläming)

Im Mittelpunkt der ersten Gesprächsrunde stand die Frage, aus welcher Motivation heraus Jugendliche sich parteipolitisch engagieren und wie sie in den Parteien als nachfolgende Generation aufgenommen werden. Durchgehend herrschte die Meinung vor, dass Personen und auch die Themen der Jugendlichen im Allgemeinen in den Parteigremien Beachtung finden und zur Kenntnis genommen werden. Immerhin war die Bandbreite der Aktionen und politischen Forderungen beachtlich und reichte von der Cannabis-Legalisierung bis zum politischen Widerstand gegen Behörden- und Verwaltungsspitzen.

Ein für alle jugendpolitisch Aktiven gleiches Problem ist offenbar die Frage, wie und mit welchen Themen man unter Jugendlichen für mehr Interesse werben und Mitglieder für die jeweiligen Organisationen gewinnen kann. Annekatrin Friedrich vom Landesjugendring stellte fest, das Themenspektrum, das junge Leute beschäftige, habe sich über die Jahre kaum verändert.

Wichtiger für die Mitgliedergewinnung sei die Ansprache der jungen Leute, die sich nicht so sehr von Informationen und offiziellen Äußerungen aus den Organisationen angesprochen fühlen, als vielmehr von Ratschlägen und Motiven von Freunden. Das gilt, wie sich in der Debatte herausstellte, sowohl für die parteinahen als auch die parteiunabhängigen Organisationen.

Als die Debatte fürs Plenum geöffnet wurde, kam die Frage auf, wie man geflüchtete Jugendliche für ein Engagement und zur demokratischen Teilhabe gewinnen könne. Immerhin sind junge Leute, die teils ohne Angehörige nach Deutschland gekommen sind, kaum mit hiesigen Gepflogenheiten und politischen Strukturen vertraut und werden daher aus eigener Motivation nur selten aktiv. Auf diesem Gebiet hat sich das Jugendforum Teltow-Fläming als Organisation, die parteipolitisch unabhängig ist und ein breites Spektrum von Meinungen bündelt, als förderlich erwiesen und Initiativen gezeigt.

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