Die neue Gesprächsreihe: Wir sind da

Foto: Akshay - Unsplash

Um die Grenzen der Arbeit mit Demokratieprojekten in der Pandemiezeit, aber auch um die Chancen, Neuerungen für die Zeit danach einzuüben, ist es beim zweiten Online-Treffen der Gesprächreiche "Wir sind da" am 10. Februar gegangen. Das neue Format der Partnerschaft für Demokratie Teltow-Fläming bringt Projektbeteiligte und Projektinteressierte zusammen, die im Landkreis in Sachen Demokratieförderung aktiv sind.


Hans Blokland, Geschäftsführer des Forschungs- und Sozialunternehmens "Social Science Works" aus Potsdam, berichtete über ein Dialogprojekt mit Asylbewerbern in  Wünsdorf. Die Diskursmethode der "Deliberation" bezeichnet eine inhaltliche Auseinandersetzung zu Themen in stets wertschätzender Form. Das Ziel ist, in der Gesprächsgruppe zu einer Übereinstimmung zu finden und gemeinsam Ziele herauszuarbeiten.

Hans Blokland

Das inzwischen gängige Verfahren wird seit über 30 Jahren in der Politikwissenschaft angewandt. Die Sozial- und Kulturwissenschaftler von Social Science Works praktizieren die deliberative Methode seit Jahren in Demokratie- und Integrationsprojekten, bei denen es ebenso um grundlegende Werte des gesellschaftlichen Zusammenlebens gehen kann wie um Nachbarschaftsdialoge zur Lösung konkreter Alltagsprobleme.

Ariane Ullrich, Mitgründerin der Initiative "Vereinen" in Zossen, gab Einblicke in die Organisation des traditionellen Fests der Vereine, das im vergangenen Jahr allerdings ganz und gar nicht traditionell verlief. Politischer Zwist, in deren Mittelpunkt die inzwischen abgewählte Bürgermeisterin stand, stellte das Fest ebenso in Frage wie später die Auflagen durch die Corona-Pandemie.

Eine Gruppe Zossener Bürger hatte sich Ende 2019 vorgenommen, einen bürgerschaftlichen Neubeginn zu finden und gründete "Vereinen", nicht zuletzt auch, um der wachsenden "Radikalisierung in einigen Bereichen etwas entgegensetzen" zu können, wie es auf der Webseite des Vereins heißt. Die erste große Herausforderung bestand darin, das Fest der Vereine trotz aller Widrigkeiten stattfinden zu lassen.

Ariane Ullrich

Nach mehrmonatiger Vorbereitung moderierte Ariane Ullrich am 3. Oktober das Fest - online aus einer Sporthalle. Das Publikum saß daheim an den Bildschirmen, Zossener Vereine präsentierten sich in Videos oder kurzen Auftritten im Corona-Abstand.

Die Teilnehmerinnen der Gesprächsreihe "Wir sind da" kamen im anschließenden Gespräch weitgehend überein, dass die erschwerenden Einschränkungen durch die Corona-Auflagen zwar manche Projekte in Mitleidenschaft gezogen haben, dass aber andererseits neue Formen der Kooperation geprobt werden konnten, die zuvor unbeachtet geblieben waren.

Online-Zusammenkünfte ersparen Wege zum Versammlungsort, was sowohl für die Teilnehmer als auch für Referenten von Vorteil sein kann. So ließen sich sowohl soziale Treffen zu lockeren Gesprächen veranstalten als auch regelmäßige Gruppenbesprechungen und Themenabende mit lokalen und entfernteren Interessenten. Noch längst seien die Möglichkeiten dazu nicht ausgeschöpft.

Aber einhellige Meinung war auch: Die digitale Begegnung - in kleiner Gruppe oder in großer Veranstaltung - kann auch die persönliche nicht ersetzen.

Das nächste Gespräch im Rahmen von "Wir sind da" findet am 17. März statt.

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