Die Sache mit dem Glück – die Suche nach dem Glück

Eine Ausstellung über das Glück „mit Theater, Film und Hängematte“ probt derzeit eine Gruppe Glückssuchender in Ludwigsfelde. Mit szenischen Darstellungen soll das Publikum angeregt werden, dem eigenen Glück auf die Spur zu kommen. Start ist am 1. September im Gutshof Genshagen in Ludwigsfelde.


Eines Tages begibt sich der Psychiater Hector auf eine Reise um die Welt, um endlich  herauszufinden, was eigentlich das Glück ausmacht. Er scheint am Ende seines Lateins. An ihm nagt, dass es ihm in seiner gediegenen Londoner Praxis nicht gelang, seinen Patienten zum Glücklichsein zu verhelfen.

Der Roman „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ des französischen Autors François Lelord verzückte einst ein Millionen-Publikum, und die gleichnamige Komödie zog 2014 eine riesige Filmgemeinde in ihren Bann. Schwer zu sagen, ob Hector fündig geworden ist, denn das Glück erwies sich als flüchtig, zuweilen versteckt in kleinen Dingen.

Vielleicht hätte der schrullige Glückssucher auch einen Abstecher nach Finnland machen sollen. Denn hier leben die glücklichsten Menschen der Welt. Das hat der jüngste World Happiness Report für die Vereinten Nationen herausgefunden und das nordische Land zum vierten Mal hintereinander auf Platz eins beim Glücklichsein gesetzt. Überhaupt scheinen die Skandinavier fürs Glück ein Händchen zu haben. Und die Deutschen? Überraschung: Deutschland ist mit Platz sieben der Senkrechtstarter und 2021 beim Glücklichsein um zehn Plätze gestiegen.

Gleichsam als Probe aufs Exempel könnte daher das Projekt „Was ist Glück“ des Ludwigsfelder Vereins VorOrtung gelten, der sich gemeinsam mit interessierten Menschen auf die Suche nach dem Glück gemacht und daraus einen „theatralischen Rundgang“ entwickelt hat. Einzige Teilnahmebedingung: Mindestalter 16, Höchstalter 100. Bei den Proben am späteren Aufführungsort Gutshof Genshagen folgen die beiden Theaterpädagoginnen Sharon On und Laura Söllner dem Konzept von VorOrtung, nämlich „Menschen vor Ort die Künstler_innen ihrer eigenen Geschichte“ sein zu lassen.

Rund ein Dutzend Personen werden bei der Uraufführung am 1. September im „Glückshof Genshagen“ ihr Publikum dazu auffordern, „das kleine, das große, das unmögliche Glück zu entdecken“. Zweieinhalb Stunden sind gefüllt mit szenischen Momenten und einem dokumentarischen Kurzfilm zum Thema. Das Publikum hat dazu Gelegenheit, angeregt durch die  Aufführung eigenen Glücksmomenten nachzuspüren, „dem eigenen Glück mit Feldforschung auf die Spur zu kommen“ (VorOrtung).

Die szenischen Texte sind bei zahlreichen Proben entstanden, in denen die Mitglieder der Performancegruppe improvisierend und fragend zusammenwuchsen und so zu einem Drehbuch für die Aufführungen gelangten.

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