Drei Projekte - eine Ausstellung

Flucht und Neubeginn in einem fremden Land sind die Themen von drei Projekten, die Kunstpädagogen mit Kindern geflüchteter Familien in Luckenwalde ausgerichtet haben. Am 11. Juli sind die Werke – Plastiken, Bilder und Videos – im Kreishaus der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

 

„Identitäten“, „Kindheit“, „Die Kraft des Tieres“ sind die Titel der drei Ausstellungsteile. Ein Jahr lang haben Kinder und Angehörige in einem Übergangswohnheim und im Jugendzentrum „Klab“ kreativ gearbeitet, unterstützt von Therapeuten und Psychologen. Das Ziel: Die gestalterische Arbeit vermag die Kinder in die Lage zu versetzen, die teils enorm bedrückende Erfahrung von Verlust und Bedrohung sowie die Unsicherheit des Neubeginns in künstlerischem Schaffen neu zu erfahren und zu verarbeiten. „Die Kunsttherapie versteht das kreative Potential als Möglichkeit, die eigenen Selbstheilungskräfte zu nutzen“, heißt es in einem Begleittext zur Ausstellung.

 

Das Kinderkunstprojekt hatte erstmals im Jahr 2014 stattgefunden und war im Folgejahr wegen des großen Zuspruchs erneut aufgelegt worden. Idee und Verwirklichung stammen von der Organisation „KommMit für Migranten und Flüchtlinge“, die sich in ihrer Arbeit vornehmlich der psychosozialen Begleitung von Flüchtlingen widmet. Eine ebenso bedeutende Komponente der Projekte war daher auch die psychologische Elternberatung.

Zum Beispiel Asia: Die junge Frau war vor Monaten mit ihren beiden Töchtern, der zehnjährigen Kamilla und der drei Jahr jüngeren Amina, aus der russischen Kaukasus-Republik Kabardino-Balkarien nach Deutschland gekommen. Die politische Verfolgung, der damit verbundene Tod ihres Mannes, eine Flucht über mehrere Jahre und zahlreiche Stationen sowie die Sorge um die Zukunft ihrer Kinder, das waren die Themen, die Asia in vielen Gesprächssitzungen mit einer Psychologin reflektierte. Zugleich waren Kamilla und Amina damit beschäftigt, das Erlebte auf ihre Weise mit Aquarellfarben zu Papier zu bringen. Die Therapeutin meinte später, die gemeinsamen Aktionen hätten zudem „innerhalb der Familie zu einer besseren Wahrnehmung der jeweiligen Individualität geführt“.

Gefördert wurden die Ausstellungsprojek- te auch von der Kinderrechtsorganisation „Save the Children“ und dem Landkreis Teltow-Fläming. Die Integrationsbeauf- tragte Christiane Witt teilte bei ihrer Begrüßung mit, der Kreis werde für die Fortsetzung der Projekte noch weitere Mittel aus Geldern der Sparkassenstiftung zur Verfügung stellen.

 

 

Die ÄrzteZeitung zum Thema:

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