Erinnerung an die NS-Zeit

Welche Erinnerungen haben die Deutschen an die Zeit des Nationalsozialismus? Halten sie es überhaupt für wichtig, sich an den Holocaust zu erinnern? Dieser Frage ist kürzlich eine repräsentative Studie nachgegangen. Rund tausend Personen im Alter zwischen 16 und 92 Jahren waren befragt worden.

„Es hat uns vor allem interessiert, was, warum und wie Menschen in Deutschland Geschichte erinnern. Ein besonderer Blick war auf die Erinnerung an den Holocaust gerichtet, denn angesichts von Antisemitismus und Versuchen, Themen wie die Kriegsschuld für Propagandazwecke zu missbrauchen, steht Erinnerungskultur infrage“, sagt Professor Andreas Zick vom Institut für interdisziplinäre Konflikt– und Gewaltforschung (IKG) an der Universität Bielefeld. Er hat die Studie mit dem Titel „MEMO Deutschland – Multidimensionaler Erinnerungsmonitor“ geleitet.

Das Ergebnis erstaunt. Denn trotz der nunmehr über 70 Jahre zurückliegenden Zeit sind die Erinnerungen durchweg von Familiengeschichten geprägt. Zudem stellte sich heraus, dass sich über die Hälfte der Befragten stark (32,5 Prozent) oder sogar sehr stark (27,7 Prozent) für die deutsche Geschichte interessiert. Knapp die Hälfte der Interviewten äußerte die Befürchtung, dass sich so etwas wie der Holocaust wiederholen könnte.

Finanziell gefördert wurde die Studie von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (evz), die sich für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus einsetzt.


Zur Studie MEMO

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