Islamfeindlichkeit im Jugendalter

Muslime in Deutschland sehen sich seit einigen Jahren verstärkt mit Anfeindungen, physischer und verbaler Gewalt konfrontiert. Teile der Bevölkerung sprechen ihnen sogar die Zugehörigkeit zur deutschen Gesellschaft ab. Dass islamfeindliche Tendenzen auch unter Jugendlichen verbreitet sind, zeigt nun eine Anfang Juni 2018 veröffentlichte Studie mit dem Titel „Islamfeindlichkeit im Jugendalter“.

20 Schülerinnen und Schüler von Gymnasien, Berufsschulen und Berufskollegs in Groß- und Kleinstädten in Nordrhein-Westfalen zwischen 16 und 26 Jahren wurden in qualitativen Tiefeninterviews nach ihrer Meinung zum Islam und zu Integration und Migration befragt. Von den rund 800 Aussagen der Jugendlichen zum Islam war der überwiegende Teil islamfeindlich.

 

Dabei wurde die Untersuchung bewusst in NRW durchgeführt, wo Muslime für die meisten jungen Menschen ein alltäglicher Teil des gesellschaftlichen Lebens sind. Die Studie suchte Antworten auf die Frage, wie junge Menschen trotz ihres Wissens um die Normalität der Einwanderungsgesellschaft und ihrer vielfältigen persönlichen Erfahrungen islamfeindliche Positionierungen entfalten können.

Dieser erste Teil der Studie ist von der Islamwissenschaftlerin und Publizistin Lamya Kaddor sowie den Migrationsforscherinnen Nicolle Pfaff und Aylin Karabulut an der Universität Duisburg-Essen verfasst worden.

 

In einem zweiten Teil sollen in Kooperation mit dem Konfliktforscher Andreas Zick von der Universität Bielefeld weitere rund 500 Schüler befragt werden, um das Phänomen Islamfeindlichkeit unter Jugendlichen genauer zu beleuchten.

Im dritten Teil soll es um pädagogische Ansätze zum Abbau von Islamfeindlichkeit gehen. Alle drei Untersuchungen werden von der Stiftung Mercator finanziell unterstützt.

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