Kein Raum für Rechts!

Erst auf den zweiten Blick wird klar, wo man gelandet ist: mitten im Zimmer eines Neonazis. Das interaktive und online frei zugängliche Projekt „Kein Raum für Rechts!“ macht es möglich, virtuell in die Welt rechtsextremer Menschen einzutreten und rechtsextreme Symbolik wahrzunehmen, zu erkennen und zu deuten.

Das Zimmer umfasst 20 Quadratmeter mit echten Nazi-Fanartikeln: Hakenkreuzfahne, Rechtsrock-CDs, Klamotten, Buttons und Bücher. „Alles in dem Zimmer ist echt. Außer den Waffen natürlich“, sagt Projektleiter Reinhard Koch vom Wolfsburger Zentrum Demokratische Bildung (ARUG/ZDB). „Die User können sich selbst durch das interaktive Zimmer klicken und so direkt erfahren, wie Neonazis und Rechtsextreme in den eigenen vier Wänden leben.“

Für die Inhalte des Neonazi-Zimmers ist die Buchautorin und Journalistin Andrea Röpke verantwortlich. „Um das Neonazi-Zimmer möglichst realitätsnah einzurichten, haben wir Informationen über polizeiliche Hausdurchsuchungen bei Neonazis zusammengetragen", sagt Röpke. Seit über einem Jahrzehnt dokumentiert sie zusammen

mit einem kleinen Team Neonazi-Demonstrationen, beobachtet geheime Treffen und spricht mit Ex-Angehörigen der Neonazi-Szene. „Die wichtigsten Fragen bei dem Projekt waren: Wie sehen die Räume von Nazis aus? Wie leben Nazis privat?“ Als Vorlage dienten auch die Jugendzimmer der Mitglieder des sogenannten NSU.

Die Zielgruppe von Kein-Raum-für-Rechts.de ist auch die größte Zielgruppe der Neonazis selbst: junge Menschen. Die Website mit videospielähnlichem Charakter ist auf Jugendliche zugeschnitten: interaktiv, multimedial und für das Smartphone optimiert. Die Nutzer können selbst Fragen zum Thema stellen, jede Menge Fotos und Filme schauen, rechte Musik erkennen lernen und weiterführende Texte lesen.

Das interaktive Zimmer ist im Rahmen des vom Niedersächsischen Sozialministerium geförderten Projekts „Frauen im Rechtsextremismus“ entstanden und hat neben den Jugendlichen auch Verantwortliche der Jugendarbeit, von Sport und Schule sowie die Gleichstellungsbeauftragten und Familienberater im Blick. (Quelle: Zentrum Demokratische Bildung)

ein Klick ins Bild führt zur Webseite

Zurück