Mahlow: Ein Zeichen gegen Rassismus

"Schon oft im Leben haben wir die Worte gehört als höchstes Ziel für menschliches Handeln: Was Du nicht willst, dass man nicht tu, das füg´ auch keinem andern zu." Mit diesem Gedanken, der so alt wie die Menschheit, aber voller Respekt, Verantwortung und Mitgefühl ist, leitete Kurt Wienesen-Anand, stellvertretender Vorsitzender der Gemeindevertretung, seine Rede an die ca. 80 Anwesenden am 16. Juni in Mahlow ein.

Anlass des Treffens war diesmal nicht ausschließlich der 21. Jahrestag des rassistischen Anschlags auf den britisch-jamaikanischen Bauunternehmer Noël Martin, sondern die Erinnerung an alle Opfer rechter Gewalt. Unter dem Motto „ein Tag für Vielfalt und Toleranz“, lud die Gemeinde mit Unterstützung der Ideenwerkstatt zu dieser Gedenkveranstaltung ein, um eine klare Haltung für Respekt und gegen Hass und Abschottung zu setzen. In diesem Zusammenhang machte Wienesen-Anand in seiner Rede auch auf die jüngere Geschichte in unserer Gemeinde aufmerksam und erinnerte an den Dahlewitzer Dieter Manske, der 2001 Opfer menschenfeindlicher Gesinnung wurde.

Regina Bomke, Ortsvorsteherin Mahlows und Mitglied der Ideenwerkstatt, begleitete die Veranstaltung als Moderatorin und betonte, dass diese Öffnung des Gedenkens der ausdrückliche Wunsch Noéls sei. Seit Jahren setzt er sich mit seiner Stiftung und Unterstützung der Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam für die Förderung von persönlichen Begegnungen sowie das gemeinsame Arbeiten und Lernen von jungen Menschen aus Deutschland und England ein. Acht Jugendliche vom Fußballclub Continental Star F.C. aus Birmingham waren mit Ihren Betreuern sowie den Gastgebern – Jugendlichen aus unserer Gemeinde - bei der Gedenkveranstaltung dabei. Sie hielten ein Banner mit der Aufschrift „Für Vielfalt und Toleranz“ hoch, jeder legte eine Rose nieder und sagte auf Deutsch und Englisch Gedanken und Sätze zum Thema auf. Michael Ferguson verlas zudem Grußworte von Noel.

Die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, Annette Kahane, konnte leider nicht selbst anwesend sein, übermittelte aber in einem Brief Ihre Anteilnahme an Noél und seiner Familie. Sie betonte die Unverzichtbarkeit dieser Veranstaltungen, um die Erinnerung an die Vorfälle wachzuhalten, aber auch um die Arbeit für Begegnung und Austausch zwischen „Einheimischen“ und „Fremden“ zu etablieren.

Dies bekräftigte auch Pfarrer Wegener in seinen Worten als Vertreter für alle Kirchengemeinden in Blankenfelde-Mahlow.

Auch die Schüler der 6. Klasse der Astrid-Lindgren-Grundschule trugen Gedanken zum Thema vor und verewigten sich damit in der stetig fortgeschriebenen „Baumchronik“. Diese wird zu Ehren Noël Martins geführt und stellt eine Sammlung der Sympathiebekundungen und Gedanken von Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde dar. Die Gedenkveranstaltung wurde musikalisch von Jakob Altendorf, Klarinettist der Band Klezfez, begleitet.

Im zweiten Teil der Veranstaltung spielte die Band Klezfez in kompletter Besetzung traditionelle als auch moderne Klezmermusik in der Aula der Astrid-Lindgren-Schule. Ein kleiner Imbiss, Gespräche und animierte Klezmertänze verbanden für diese Zeit nicht nur die Jugendgruppen im Raum, sondern führten alle anwesenden Gäste, ob schwarz oder weiß, Jung oder Alt, für diese Augenblicke zueinander und zeigten, das gelebte Vielfalt Gewinn bringt und viel Spaß macht. (Reni Hein)

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