Migration: Wissenschaftler befürchten Rückschritte

In einem Manifest zur Einwanderungspolitik stellt der Rat für Migration einen wachsenden "Abwehrnationalismus" in Deutschland fest. Der Zusammenschluss von 150 Migrationsforschern stellte seine Forderungen am 8. September vor der Bundespressekonferenz in Berlin vor.

Die Forderungen des Rats für Migration:

Integration: Eine politische Leitkultur, die den Grund- und Menschenrechten verpflichtet ist. Das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen sollte zur Normalität werden. Dazu gehöre, Unterschiede zu akzeptieren und das Recht jeder Person zu respektieren, ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten.

Kommunikation: Die Politik müsse sich unzweideutig für die Einwanderungsgesellschaft einsetzen. Wer dauerhaft in Deutschland lebe, müsse "ohne Wenn und Aber" zur deutschen Gesellschaft gehören.

Rassismus: Es bedürfe einer umfassenden Strategie gegen Rassismus und Nationalismus. Zu diesem Zweck müssten soziale Ungleichheiten abgebaut und neue "Zugehörigkeits- und Identitätsentwürfe" kommuniziert werden.

Schule: Das Recht auf Bildung müsse gestärkt werden. Asylbewerber sollten so schnell wie möglich eine Schule besuchen können – selbst wenn sie älter als 18 sind.

Asylverfahren: Alle Asylbewerber müssten den gleichen Anspruch auf ein faires Asylverfahren haben. Gesonderte Asylverfahren für Antragsteller aus "sicheren Herkunftsländern" sollten aufgehoben werden.

Legale Einwanderung: Deutschland müsse sich stärker für legale Einwanderungsmöglichkeiten einsetzen. Dazu gehören Neuansiedlungsprogramme für Flüchtlinge und die Möglichkeit, Visa für schulische und berufliche Bildung zu erwerben.

Zum Manifest des Rats für Migration

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