Preisverleihung: "Aktiv für Demokratie und Toleranz"

Elf Initiativen aus Berlin und Brandenburg sind für ihr besonderes Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus geehrt worden. Mit der Preisverleihung würdigte das Bündnis für Demokratie und Toleranz (BFDT) am 19. Juni auch zwei Gruppen aus dem Lankreis Teltow-Fläming. Bundesweit haben sich in diesem Jahr 84 Projekte im Rahmen des Wettbewerbs "Aktiv für Demokratie und Toleranz" für die Auszeichnung qualifiziert.

Als "Schatzkiste des zivilgesellschaftlichen Engagements" bezeichnete Gregor Rosenthal den Wettbewerb, der in diesem Jahr zum 21. Mal ausgeschrieben wurde. Der BFDT-Leiter nannte als Auswahlkriterium vor allem die Übertragbarkeit der Projekte, die sich als Modell und Anregung zur Nachahmung empfehlen sollen. Die Feierstunde im Berliner Roten Rathaus war die vorletzte einer Serie von acht regionalen Veranstaltungen, die im April in Regensburg startete und Anfang Juli in Heidelberg endet.

Der Landkreis Teltow-Fläming war gleich mit zwei Preisträgern vertreten. In ihrer Laudatio bescheinigte die Leiterin des American Jewish Committee Berlin, Deidre Berger, den Mitgliedern des Bürgerforums "Netzwerk für Demokratie und Menschlichkeit" Mut und Entschlossenheit besonders angesichts zahlreicher Anfeindungen aus rechtsextremen Kreisen in der Vergangenheit. Dem 2015 gegründeten Netzwerk gehören Kirchenvertreter, Mitglieder von Flüchtlingsinitiativen und mehrere Parteipolitiker an. Für das Netzwerk nahm die Sprecherin des Runden Tisches Flüchtlingshilfe in Zossen, Wiebke Schwarzweller (im Bild rechts mit Sonja Brentjes), die Auszeichnung entgegen.

Mit einer ungewöhnlichen Idee hat sich der Verein "Bürger für Bürger" aus Blankenfelde-Mahlow für den Preis qualifiziert. 2015 richtete er zum Jahrestag eines aufsehenerregenden rassistischen Anschlags, der sich im Juni 1996 in Mahlow zugetragen hatte, einen Gedenkwettbewerb aus. Damals war der aus dem englischen Birmingham stammende Geschäftsmann mit jamaikanischen Wurzeln, Noel Martin, von zwei jungen Männern so schwer verletzt worden, dass er seither querschnittsgelähmt ist. Nun waren Bürger aufgefordert worden, zu verschiedenen Themen Bilder, Geschichten und Comics zu fertigen.

 

Die Motive der Gewinner wurden als Briefmarken gedruckt und können als Satz käuflich erworben werden. Der Gewinn kommt der Jaqueline und Noel Martin-Stiftung zugute, die damit den Jugendaustausch zwischen Birmingham und Mahlow fördert. Für diese Form der Kreativität nahm die Vereinsvorsitzende Vera Hellberg die Auszeichnung aus den Händen von Gabriele Rohmann, Leiterin des Archivs der Jugendkulturen, entgegen.

Die Preisträger aus Berlin und Brandenburg

NSU Watch
The Collegium - Forum & Television Program Berlin
Gewaltprävention im Soldier Kiez
Netzwerk für Demokratie und Menschlichkeit
OBR - Tanz gegen Gewalt gegen Mädchen und Frauen
Antirassismus-Projekt ser Sophie-Scholl-Oberschule, Berlin
Feriencamp "Demokratie und Persönlichkeit"
Blankenfelde-Mahlow - Ort der Vielfalt
GIFT - Ein nachhaltig-fantastisches Musiktheater

 

weitere Bild-Impressionen hier

Zurück