Scheidung: Frauenschicksale in der DDR

Luckenwalder Ausstellung informiert

800.000 Frauen sind tief gefallen nach der deutschen Einheit von 1990 – in eine Gesetzeslücke im Rentenrecht. Die ehemaligen DDR-Bürgerinnen, allesamt vor der Wende von ihren Ehemännern geschieden, fanden sich im wiedervereinten Deutschland unterversorgt wieder. Der Versorgungsausgleich aus DDR-Zeiten für die Zeit, in der sie ihre Kinder versorgten und deshalb nicht berufstätig waren, ging im Einigungsvertrag unter.

Ein gesetzlich abgesicherter finanzieller Ausgleich, wie er für westdeutsche Mütter durch Rentenansprüche an den Vater der Kinder üblich ist, findet bis heute nicht statt. Von den betroffenen Frauen leben noch etwa 300.000.

 

Hanna Kirchner ist eine von ihnen. Zwei Kinder hat die ehemalige Lehrerin großgezogen und war deshalb einige Jahre lang zu Hause geblieben. Nach 23 Ehejahren ließ sie sich noch zu DDR-Zeiten scheiden. Während ihr Ex-Mann seine volle Rente bezieht, berichtet sie, muss sie sich einschränken. So seien Reisen, Theater oder Kino für sie nicht mehr bezahlbar.

Auf Frauen wie sie will eine Ausstellung im Luckenwalder Kreishaus aufmerksam machen, die am 8. März von der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Teltow-Fläming, Christiane Witt, gemeinsam mit Marion Böker von der Beratung für Menschenrechte und Genderfragen eröffnet wurde.

Die Ausstellung über in der DDR geschiedene Frauen dauert bis zum 23. März und steht wie andere Veranstaltung der diesjährigen Frauenwoche in Brandenburg unter dem Motto „selber Schuld“.

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