Start für Bundesprogramm „Jugend erinnert“

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„Wer vor Ort erlebt hat, wohin Nationalismus und Rassismus führen, wird mit viel größerer Überzeugung für unsere freiheitliche Demokratie, eine vielfältige Gesellschaft und ein friedliches Europa eintreten.“ Vor Ort – das sind Gedenkstätten, die an die Gräuel der Nazi-Zeit erinnern wie Arbeitslager und Vernichtungslager.

In den kommenden zwei Jahren können über 10.000 Jugendliche an Gedenkfahrten zu solchen Erinnerungsorten teilnehmen. Ermöglicht wird das durch das neue Förderprogramm „Jugend erinnert“, das der Deutsche Bundestag beschlossen hatte und das nun angelaufen ist.

Gleich drei Bundesministerien haben es übernommen, das Programm mit Leben zu füllen. Im Ministerium von Außenminister Heiko Maas werden vor allem internationale Begegnungen und der Austausch mit Jugendlichen aus Deutschland, aus osteuropäischen Ländern und aus Israel gefördert.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey möchte Jugendlichen den Besuch von Gedenkstätten der NS-Vergangenheit ermöglichen. Das sei, wie sie zum Start des Programms in Berlin sagte, „gerade in einer Zeit von enormem Wert, in der es wieder eine zentrale Aufgabe geworden ist, jeden Tag neu für die Werte unseres Grundgesetzes einzutreten“.

Dabei sollen auch weniger bekannte Stätten aufgesucht werden, zum Beispiel Maly Trostenez in Weißrussland, Theresienstadt in Tschechien und Treblinka und Majdanek in Polen.

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, wird im Rahmen von „Jugend erinnert“ insbesondere die Mitarbeiter von Gedenkstätten und Dokumentationszentren dabei unterstützen, neue Bildungsformate für junge Menschen zu entwickeln.

Insgesamt hat der Bundestag für die Förderung der Erinnerungskultur fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

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