Viel Mitgefühl, wenig Aufnahmebereitschaft

Jetzt im Internet: Evian-Konferenz von 1938

Die Ausstellung „Geschlossene Grenzen: Die Internationale Flüchtlingskonferenz von Evian 1938“ des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand ist seit jüngstem auch im Internet verfügbar. Zum 80. Jahrestag der Konferenz war sie im vergangenen Jahr in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin gezeigt worden.

Die Bilder und Nachrichten ähneln sich – die aus den „Flüchtlingskrisen“ von heute und die aus der Flüchtlingskrise in den Jahren vor Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Ausgelöst hatte die damalige Flüchtlingskrise die Vertreibung der Juden aus Deutschland seit 1933 und insbesondere aus dem gerade annektierten Österreich. Auf Initiative von US-Präsident Franklin D. Roosevelt trafen sich Vertreter von 32 Staaten vom 6. bis zum 15. Juli 1938 im mondänen Badeort Evian-les-Bains am französischen Ufer des Genfer Sees zu einer internationalen Flüchtlingskonferenz. Die Teilnehmer bekundeten zwar ihr Mitgefühl, lehnten die Aufnahme zusätzlicher Flüchtlinge aber mit unterschiedlichen Begründungen ab.

So wurde die Konferenz von Évian zu einem Symbol dafür, wie die verfolgten und auf Zuflucht angewiesenen deutschen und österreichischen Juden von der internationalen Staatengemeinschaft weitgehend im Stich gelassen wurden.

Auch wenn die Flüchtlinge, ihre Zahl und die Fluchtursachen von heute andere sind als die von 1938, kann es für das Verständnis der Gegenwart hilfreich sein, mit der Konferenz von Evian ein historisches Beispiel für den Umgang der Staatengemeinschaft mit Flucht und Migration genauer in den Blick zu nehmen.

Verwirklicht werden konnte dieses Projekt mit Unterstützung des Auswärtigen Amts, der Kulturstiftung des Bundes, der Friede-Springer-Stiftung und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft.

Die Ausstellung „Geschlossene Grenzen: Die Internationale Flüchtlingskonferenz von Evian 1938“ wurde von Ende Juli bis Anfang Oktober 2018 in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin gezeigt. Mit rund 450 Fotos und Dokumenten aus mehr als 100 Archiven und Institutionen aus 26 Ländern wurden Vorgeschichte, Verlauf und Folgen der Konferenz anschaulich dokumentiert.

 

Beteiligte Institutionen

Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin
Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Stiftung evz - Erinnerung, Verantwortung und Zukunft
Kulturstiftung des Bundes
Auswärtiges Amt
Friede Springer Stiftung

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