Zossen: Fest der Vereine startklar - ein Termin steht noch nicht fest

Noch vor wenigen Wochen sah es um das Fest der Vereine in Zossen schlecht aus. Im 17. Jahr seines Bestehens wäre die Traditionsveranstaltung beinahe ins Wasser gefallen. Grund für den befürchteten Ausfall war die angespannte Haushaltslage der Stadt. Außerdem hatte das frühere Festkomitee nach der Wahl der neuen Bürgermeisterin seine Arbeit eingestellt und sich kurzerhand aufgelöst. So geriet das Bürgerfest obendrein auch noch in die Mühlen politischer Zwistigkeiten.

Eine Gruppe engagierter Menschen aus Zossen wollte den Missstand nicht dulden und gründete im Dezember vergangenen Jahres einen Verein, der es sich fortan zu Aufgabe machen soll, das Fest der Vereine zu veranstalten. Sein Name: „Vereinen“. Die Sprecherin Ariane Ullrich meint dazu: „Uns war wichtig, mit der Arbeit des Vereins darzustellen, dass wir gemeinsam mit allen Menschen in Zossen, die daran Interesse haben, was erschaffen wollen. Und das sollte auch der Name ausdrücken.“

Der Vorsitzende Robert Schulz konnte mittlerweile dem Kulturausschuss der Stadt mitteilen, in den wenigen Wochen  der Vorbereitung sei so viel erreicht worden sei, dass das Fest nun nicht mehr gefährdet sei. Spenden von Privatpersonen und Zossener Firmen machten nun die Veranstaltung möglich, zumal sich auch das Bundesprogramm "Demokratie leben!" mit einem maßgeblichen Betrag auf die Liste der Förderer gesetzt hat. Bislang haben 30 Vereine ihre Beteiligung angemeldet.

Schulz hob zudem hervor, dass die ehrenamtliche Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, vor allem aber die ausbleibende Finanzleistung der Stadt durchaus auch einen Vorteil mit sich bringe: Wie zu den Anfängen des Fests in den Jahren nach 2003 seien nunmehr alle Initiative und Vereine gefordert, sich stärker mit eigenen Beiträgen einzubringen.

Von der Verwaltung ist offenbar signalisiert worden, dass zwar keine Finanzmittel der Stadt beigesteuert werden könnten, das städtische Festzelt und ein Bühnenaufbau allerdings zur Verfügung gestellt würden. Zossens neue Bürgermeisterin Wiebke Schwarzweller teilt nicht nur den Elan der Bürgergruppe, sie ist ihrerseits Mitglied von „Vereinen“ geworden.

Neben der Förderung kultureller Aktivitäten in Zossen ist das Ziel von „Vereinen“ nach der Vereinssatzung auch, nachbarschaftliches Miteinander und gesellschaftliche Harmonie zu stärken. In diesem Zusammenhang betonte Ariane Ullrich die Unabhängigkeit des Vereins von Parteien und Stadtverwaltung.

Schulz und Ullrich stellten mit Genugtuung fest, dass in Sachen Finanzen, Programmgestaltung und materieller Ausstattung das Fest der Vereine in Zossen startbereit sei. Ob die Großveranstaltung mit voraussichtlich fünftausend Besuchern wie geplant nun am 9. Mai stattfindet, entscheidet allerdings nicht der Stand der Festvorbereitung.

„Vereinen“-Sprecherin Ariane Ullrich und Vorsitzender Robert Schulz über die Vorbereitungen zum Fest der Vereine in Zossen:

Nachtrag:
Die Videoaufzeichnung mit Ariane Ullrich und Robert Schulz hat am 13. März stattgefunden. Inzwischen ist das Fest der Vereine zum geplanten Termin wegen der Corona-Krise abgesetzt worden. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Zurück